Inkasso

Hinweis:

Texte dienen nur unverbindlichen informatorischen Zwecken, keine Haftung, kein Anspruch auf Vollständigkeit

Thema: Forderungseinzug
Der Gläubiger ist manchmal eine “arme Sau” und kann einem als Anwalt richtig leid tun. Insbesondere wenn er selbst in Nöte kommt.
Als Vermieter läuft er der rückständigen Miete hinterher. Als Handwerker und Dienstleister wartet er vergeblich auf den Zahlungseingang seines Lohnes, seiner Vergütung. Der Schuldner verspricht Zahlung, die Zahlung komme, die Zahlung sei unterwegs (aber dann “abgebogen”), Zahlendreher bei der Überweisung, aber jetzt komme das Geld. Auf das dann der Gläubiger vergeblich zuwartet.

Das Mahnszenario beginnt. Erinnerung, Mahnschreiben, böses Mahnschreiben. Inkassobüro, Rechtsanwalt sollen helfen. Von Schuldnerseite: Nichts.
Also dann das ganze Programm. Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid und/oder Klage. Wieder Kosten verbraten.
Dann endlich ein vollstreckungsfähiger Titel, falls überhaupt zustellbar. Denn nicht selten sind die Schuldner “verschwunden”. Ordentliche Abmeldung bei der Meldebehörde. Blödsinn. Trotz Ordungswidrigkeit (nahezu ohne Ahndung). Ab ins Ausland (da kriegt mich eh keiner). Oder Abtauchen, mit neuem Namen (Heirat und Annahme des Familiennamens des Ehegatten).

Ansonsten ab in die Vollstreckung. Auch hier das volle Programm. Vollstreckungsbescheid, Antrag auf Abgabe der eidesstatlichen Versicherung (“Offenbacher”), Pfändungen und anderes.

Unterwegs vielleicht dann Forderungsanmeldung im (Verbraucher-) Insolvenzverfahren. ‘Staatlich sanktionierte Enteignung’, wie einmal ein Gläubiger bemerkte. Die Insolvenz, die Geldvernichtungsmachinerie. Quote, um noch einmal zum Abschluß der Angelegenheit “gut essen” zu gehen. Mehr is(s)t nicht, mehr geht nicht, dahin Du schönes Geld. Vorbeugen ist besser als bluten.

Kleine Checkliste zum Vorbeugen:
-Name des Schuldners
Vollständigkeit, richtige Schreibweise, was ist Vor-, was ist Nachname (gerade bei schwierigen ausländischen Namen)
-Anschrift, richtige Schreibweise, Hausnummer (keine Postleitzahl)
-Kommunikationsmittel: Telefon, Fax, handy, email, homepage
-Bei Minderjährigen: Eltern, Alleinerziehungsberechtigte, Anschrift(en), evtl. abweichend, wichtig z.B. bei Erbringung ärztlicher Leistungen an Kindern
-Sammlung weiterer (zufälliger oder erfragter) Informationen: z.B. Arbeitgeber, Bankverbindung, Pkw
-Einholung von Auskünften (Kreditreform, Schimmelpfeng und andere)
-Selbstauskünfte (z.B. bei Mietvertragsabschlüssen)
-Absicherung von Warenlieferungen (Eigentumsvorbehalte)
-Anforderung von Vorschüssen
-Absicherung bei Auslandsgeschäften
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